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Freitag, 17. Juni 2011

Unwetterfrosch

Fast hätte ich mich nicht getraut, das Fröschlein fertig zu machen, denn immer, wenn ich daran gearbeitet habe, ist binnen kürzester Zeit ein Unwetter ausgebrochen. Viel Wind, Regen und sogar starken Hagel hatten wir, bevor er endlich fertig war.
Wen wunderts, seine Heimat ist schliesslich der ostasiatische Regenwald, wo er auf seinen großen Flug-(Schwimm?)-Häuten von Baum zu Baum gleitet.
Als Vorlage dienten Bilder von Wallace-Flugfröschen (Rhacophorus nigropalmatus), und mit einer Körperlänge von 7,5cm ist er ein etwas zierliches lebensgroßes Männchen. Nur mit seinen Augen stimmt etwas nicht, die sollten weiß-gelblich sein. Weil ihm das aber gar nicht stehen wollten, habe ich stattdessen rotbraune genommen. Einfallslos, wie ich bin, habe ich ihn Wally genannt.

Lifesized male Wallace's Flying Frog, bodylenght is 7,5cm, made of suedine and alcantara, painted with acrylics. The eyes should be white, but I liked him better with reddish brown ones. Lacking in ideas I called him Wally.



 

Samstag, 4. Juni 2011

Frosch im Rohbau

Ausser der nur mäßig gelungenen Kröte vor ein paar Jahren habe ich überhaupt noch keine Amphibien genäht, dabei sind sie doch eine unheimlich interessante Tiergruppe. Jetzt habe ich einen neuen Versuch gestartet, diesmal wird es ein Frosch.

After my toad a few years ago, I now started my second try to make an amphibian. This time it's going to be a frog.

Ich entwerfe gerne Schnittmuster mit sehr vielen Teilen. Hier allerdings wollte ich das vermeiden, überflüssige Nähte haben auf einer glatten Froschhaut nichts verloren. Darum habe ich aus Holzknete ein Modell des Körpers gemacht, von dem ich das Schnittmuster abgenommen habe.

I like to make patterns with many parts and darts. But since a frog doesn't have any fur to cover the seams I wanted the pattern to have as few seams as possible.  So I made a model of clay, wrapped it in tin foil and cellotape and cut the foil until it lays flat. I had to cut it into 4 parts with 4 darts.

Hier seht ihr eine lebensgroße Skizze und das Modell dazu. Zugegeben: ich kann weder gut zeichnen noch modellieren, aber für meine Zwecke reicht es. Ich habe es einfach mit Alufolie und Klebeband eingewickelt und diese Schicht dann so zerschnitten, dass ich die Teile flach ausbreiten konnte. Fertig war der Körperschnitt aus nur 4 Teilen und 4 Abnähern. 


 





Der genähte Körper ist etwas größer als das Modell geworden, aus irgendeinem Grund dehnt sich alles aus Stoff immer etwas aus. Aber das hatte ich bereits mit einberechnet.

The sewn body is slightly bigger than the model. Somehow fabics just tend to expand a little, I really don't know why. You just have to allow for it when you make the model.









 Der Schnitt für die Gliedmaßen war viel einfacher zu machen, aber dafür schwieriger zu nähen. Die vielen Zehen waren echt nervig. Aber zusammengebaut sieht das schon sehr froschig aus! Jetzt fehlen nur noch die Häute zwischen den Zehen, Augen und etwas grüne Farbe. In ein oder zwei Tagen sollte er fertig sein.

The pattern for the legs was easy to draw but difficult to sew, those fingers were quite unnerving. Now just the eyes, webbings and some colours are missing.


Samstag, 15. Januar 2011

Ein Gepard entsteht - Teil 3

Also gleich vorweg: JA, ich habe tatsächlich einen LESER! Zugleich wahrscheinlich der erste richtige Besucher meines Blogs. Schöne Grüße nach Deutschland, bleib mir weiter treu!
Soviel dazu. Die Wochen gehen ins Land und der kleine Gepard wartet immer noch auf seine Fertigstellung.

Inzwischen habe ich ein Paar 3mm große durchsichtige Glasaugen besorgt und mit Acrylfarbe in Ockergelb hintermalt. Der Farbton ist vielleicht ein wenig zu hell geworden, aber ich kann damit leben. Für die Fellfärbung habe ich einen Copicpen in "Dark Bark" gekauft, einem sehr dunklen Braunton. Den schwarzen finde ich etwas zu blaustichig. Körper und Beine habe ich bereits mit Punkten bemalt.

Heute habe ich mich an die Ohren gewagt. Die sind doch sehr klein, daher habe ich gleich das ganze Stoffstückchen dünn mit Klebstoff bestrichen und dann einen flachen Halbkreis ausgeschnitten. Das Fell habe ich auch gleich gekürzt.




Den Halbkreis habe ich zu einem Viertelkreis zusammengenäht und gewendet. Mit Ministoff ist diese Größe noch kein Problem, aber mit der Viskose, zumal dutch den Klebstoff versteift, finde ich das schon ziemlich mühsam.





Jetzt noch muschelförmig an den Kopf annähen. Ich brauchte einige Anläufe, bis ich eine halbwegs passende Position gefunden hatte. Aber richtig schwierig wirds erst, wenn man das zweite Ohr symmentrisch anbringen soll. Das gelingt mir praktisch nie, da die Ohren selbst meist schon zu ungleich geraten sind.   



Und so sieht das Kerlchen  derzeit aus. Noch überhaupt nicht Gepard-artig, aber ich hoffe, dass sich das mit der passenden Gesichtsbemalung ändert.

Freitag, 17. September 2010

Ein Gepard entsteht - Teil 2

Weiter gehts mit der Raubkatze!

Aus Draht wird ein Skelett zurechtgebogen, den Schwanz lasse ich einfach überlang, der wird später gekürzt.
Die Konstruktion muss jetzt mit etwas Gewalt durch den Rücken hineingewurschtelt werden, sodass die Drähte bei den offenen Beinen hinausschauen.
Jetzt müssen die Beine gestopft und geschlossen werden. Dazu wird etwas Watte fest um den Beindraht gewickelt, das Fell darübergestülpt und dann der Fuß von unten nach oben im Matratzenstich zugenäht.
Dabei sollte man  natürlich möglichst symmetrisch arbeiten, sodass die Beine gleich dick werden. Wenn alle Beine zugenäht sind, kann man den Rest ausstopfen und den Rücken schliessen. Der Schwanzdraht wird gekürzt, nur dünn mit Watte umwickelt und ein Stoffstreifen darum genäht.
So schaut das momentane Zwischenergebnis aus. Gar nicht so schlimm wie erwartet. Der Kopf ist deutlich zu gross, der Körper etwas zu kurz und die Fersen etwas zu hoch. Aber ansonsten bin ich zufrieden...
Jetzt fehlt gar nicht mehr so viel.

Donnerstag, 16. September 2010

Ein Gepard entsteht - Teil 1

Nähanleitungen und WIPs für Tiere gibts im Internet zwar schon genug, aber man kann doch immer wieder etwas daraus lernen.
Ich wollte unbedingt mal eine Katze machen und jetzt ist meine Wahl auf einen Gepard aus kurzer Viskose gefallen. Das Internet hat gestreikt und ich hatte auch sonst keinerlei Bildmaterial von Geparden zur Hand, warten wollte ich aber auch nicht, daher habe ich den Schnitt ohne Vorlage entworfen. Erstversuche haben bei mir ohnehin fast immer anatomische Missbildungen.

Den schnell entworfenen Schnitt habe ich mit Bleistift auf den Stoff gemalt und die Nahtzugabe mit Bastelkleber bestichen, damit bei den kleinen Teilen nichts ausfransen kann. Besonders dick in allen Winkeln, weil der Stoff dort eingeschnitten wird. Nach dem Ausschneiden kürze ich erst mal das Fell ein wenig an Pfoten und Schnauze, das vereinfacht das Nähen.

Da das zerknautschte Fell in alle Richtungen steht, bürste ich die Teile mit einer feuchten Nagelbürste, an den unvernähten Teilen geht das noch am einfachsten. Zum Trocknen in einem Buch gepresst, sind sie danach glatt wie frisch gebügelt.

Zuerst nähe ich die Fußsohlen ein und schliesse die Rückseite der Beine, die Vorderseite bleibt offen. Dann noch die Bauchteile und Kopfmittelstück einfügen und am Rücken ein großes Wendeloch lassen.

Nach dem Wenden hat man nun ein bemitleidenswert zerzaustes Ding mit offenen Beinen. Ob das wirklich noch eine Raubkatze wird? Die Vorderbeine scheinen mir etwas zu kurz geworden, aber damit muss der Gepard jetzt leben.

Genug gemacht für einen Tag! Morgen gehts - wahrscheinlich - weiter.